- ein Vergleich zwischen Deutschland und Russland
12.-14. Oktober 2011 in Pjatigorsk
Das achte Medienforum hat das Thema „Medien in multiethnischen Gesellschaften“ behandelt und fand in Pjatigorsk statt. Deutsche und russische Teilnehmer haben mit Medienexperten beider Länder die Rolle, die Möglichkeiten und die Herausforderungen der Medien in Deutschland und Russland verglichen. Dabei sind sie solchen Fragen auf den Grund gegangen wie:
Welche Rolle spielen die Medien in der Berichterstattung zu multiethnischen Themen: Moscheenbau, Kopftuchverbote, Einwanderungsgesetze, Sprachunterricht, Kriminalität, politische Mitbestimmung, Chancen in der Berufswelt, Diskriminierung? Wo sehen die Medienschaffenden selbst ihre Aufgaben in diesen Prozessen? Wo werden sie von der Politik verortet und wo von der Gesellschaft? Gibt es Unterschiede zwischen den deutschen und russischen Funktionen der Massenmedien im multinationalen und multikulturellen Dialog? Und wie arbeiten russische und deutsche Journalisten mit diesen Themen? Wie gehen sie bei der Recherche vor und mit Tabuthemen um?
Passend zum Thema wurde als Veranstaltungsort Pjatigorsk gewählt, das Verwaltungszentrum des Föderationskreises Nordkaukasus, in dem die Nationalitätendichte am Höchsten in ganz Russland ist. In dieser Region leben nur ca. 30% Russen, der Rest der Bevölkerung besteht aus z.B. Inguscheten, Tschetschenen, Osseten, Awaren und vielen weiteren Nationalitäten.
Themenhintergrund
Über das Medienforum
Das Medienforum bringt einmal jährlich Nachwuchsjournalisten aus Deutschland und Russland zusammen und gibt ihnen die Möglichkeit, sich intensiv zu einem bestimmten Thema auszutauschen.
Das Medienforum wird organisiert vom Moskauer Büro des Deutsch-Russischen Forums e.V.
In Deutschland liegt der Gesamtanteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei ca. 19%. Der Ansatz für Multi-Kulti wäre gescheitert, verkündete kürzlich Kanzlerin Merkel – also kein Nebeneinander mehr, sondern ein Miteinander ist nun die Devise. Integration ist das Schlagwort in der Einwanderungspolitik Deutschlands. Manch einer spricht gar von Assimilierung. Die Massenmedien spielen eine wichtige Rolle in der Integrationsdebatte und im Integrationsprozess selbst. Oft geht es in den Medien um die Darstellung der unterschiedlichen Wertesysteme, die als Gründe für Konflikte angesehen werden. In anderen Medien wird aber auch die kulturelle Vielfalt Deutschlands positiv aufgezeigt und so zur Toleranz beigetragen. Wir wollten herausfinden: Sind die deutschen Massenmedien Vermittler im Integrationsprozess oder fördern sie eher die Klischees und tragen so sogar zu Fremdenfeindlichkeit bei?
Auch in Russland besteht die Bevölkerung nur zu ca. 80 % aus Russen. Jedoch sind die anderen 20% im Vielvölkerstaat keine Bewohner mit Migrationshintergrund, die vor der Frage stehen, Integration – ja oder nein? Auf diesem Territorium leben seit Jahrhunderten neben den Russen über 180 verschiedene Völker, für die es weiterhin durchaus wichtig ist, ihre eigene Kultur und somit Identität zu bewahren. Für viele Völker wurden Republiken mit weitgehender Autonomie errichtet. Jedoch funktioniert auch dieses Konzept des multiethnischen Zusammenlebens nur in der Theorie so einwandfrei. Seit jeher gibt es immer wieder Konflikte zwischen den verschiedenen Nationalitäten. Auch hier haben die Medien einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Nebeneinanderlebens. So stellten wir uns auch hier die Frage: Inwieweit sind die Medien Vermittler zwischen den Nationalitäten?







